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PDF 2.0 (ISO 32000-2): Veraltete Funktionen

Einige Funktionen aus früheren PDF-Versionen wurden in PDF 2.0 als veraltet deklariert. »Veraltet« bedeutet, dass die Funktion bei neu zu erstellenden PDF-2.0-Dokumenten nicht mehr verwendet werden sollte. Allerdings kann sie immer noch in Viewern unterstützt werden, um bestehende Dokumente oder sogar PDF-2.0-Dokumente zu verarbeiten, die noch veraltete Funktionen enthalten.

Das Dokument-Info-Dictionary ist seit langem als Container für Metadaten verfügbar. Dokument-Infofelder wie Title, Author, Subject, Keywords haben selbst nach der Einführung des allgemeineren XMP-Metadaten-Framework noch eine wichtige Rolle gespielt. Die schwierige Beziehung und die Synchronisation von Dokument-Infofeldern und XMP-Eigenschaften haben jedoch dem PDF/A-Standard einen etwas holprigen Start bereitet, wie man an der Entwicklung der PDF/A-Standards sehen kann. PDF/A-1 erlaubt zwar Dokument-Infofelder, sie müssen jedoch nach einem bestimmten Regelwerk mit den XMP-Metadaten synchronisiert werden. Da die Synchronisation einiges Kopfzerbrechen verursacht hat, verlangen PDF/A-2 und PDF/A-3 von einem konformen Reader, die Dokument-Infofelder zugunsten von XMP komplett zu ignorieren. Als Konsequenz daraus deklariert PDF 2.0 Dokument-Infofelder als veraltet, mit Ausnahme der Felder CreationDate und ModDate.

XFA-Formulare sind nicht mehr Teil von PDF 2.0. Eigentlich galt XFA nie wirklich als Teil des PDF-Dateiformats, sondern als eigenständiges Format, das an PDF angehängt wurde. Der Großteil der verfügbaren PDF-Software unterstützt sowieso keine XFA-Formulare.

Die Verwendung von Flash/Shockwave, eingeführt mit PDF 1.7 Extension Level 3 und Acrobat 9, ist nicht Bestandteil von PDF 2.0. Dies betrifft Flash-basierte Navigatoren für Portfolios. Diese wurden durch eine Reihe von vordefinierten Navigator-Layouts ersetzt. Ebenfalls betroffen sind Multimedia-Anwendungen von Flash, wie z.B. Flash-basierte Videos.

Klassische PDF-Formularfelder (auch AcroForms genannt) können zusätzlich zu ihrem eigentlichen Feldinhalt eine Beschreibung ihres visuellen Erscheinungsbildes enthalten. Fehlt dieser so genannte Appearance-Stream, muss der Viewer ihn beim Öffnen des Dokuments erzeugen. In diesem Fall muss der PDF-Producer keine Appeareance-Streams erzeugen. Aber dies führt auch zu Unklarheiten in Bezug auf die visuelle Darstellung des Dokuments und zu Problemen beim digitalen Signieren des Dokuments. Daher sind bei PDF/A Formularfeld-Appearances zwingend erforderlich. PDF 2.0 schließt sich dem an und kündigt das Konstrukt NeedAppearances true ab.

Schwache Verschlüsselungsverfahren für den Kennwortschutz werden als veraltet deklariert. Dazu gehören der RC4-Algorithmus sowie ein auf AES-128-Verschlüsselung basierendes schwaches Verfahren (obwohl der AES-128-Algorithmus selbst noch als sicher gilt, wird er in PDF in einem schwachen Verfahren verwendet und wird daher nicht mehr empfohlen). Nur die AES-256-Verschlüsselung in einem sicheren Verschlüsselungsschema wird von PDF 2.0 unterstützt.

Auch für Zertifikatsicherheit sollte ausschließlich AES-256 als Algorithmus verwendet werden. DES und andere Algorithmen werden in PDF 2.0 als veraltet deklariert.

Mehrere Signaturvarianten werden als veraltet deklariert: Signaturen mit den SubFilter-Werten adbe.x509.rsa_sha1 und adbe.pkcs7.sha1 sollten durch die modernen PAdES-Signaturen (SubFilter adbe.pkcs7.detached und ETSI.CAdES.detached) abgelöst werden.

Movie- und Sound-Anmerkungen werden nicht mehr unterstützt. Dies bedeutet jedoch nicht, wie in manchen Publikationen behauptet, dass interaktive Medien nicht mehr unterstützt werden. Damit ist einfach gemeint, dass die älteren, in Movie- und Sound-Anmerkungen verwendeten Konzepte durch den leistungsstärkeren RichMedia-Anmerkungstyp ersetzt werden, der mit Acrobat 9 eingeführt wurde. Ähnlich werden die veralteten Aktionen Movie und Sound durch die Aktion RichMediaExecute ersetzt.

Mehrere PDF-Syntaxfunktionen ohne praktischen Nutzen wurden als veraltet deklariert, darunter das ProcSet-Array, interne Namen für XObjects und Fonts sowie CharSet- und CIDSet-Einträge. Beachten Sie, dass PDF/A-1 zwar CharSet und CIDSet erfordert, diese Anforderung aber für PDF/A-2 und PDF/A-3 bereits wieder aufgehoben wurde.

Das so genannte Open Prepress Interface (OPI) wurde Ende der 1980er Jahre von Aldus für PageMaker spezifiziert. In der PostScript-Ausgabe wurden damit Platzhalter für Bilder mit niedriger Auflösung durch solche mit hoher Auflösung ersetzt. Obwohl das Konzept nach PDF übertragen wurde, erfreute es sich bei Herstellern nie großer Beliebtheit und wird daher nicht mehr empfohlen.

Mithilfe von Nutzungsrechten (usage rights) wurden aus PDF-Dokumenten solche mit erweiterter Reader-Funktionalität. Erreicht wurde dies durch eine digitale Signatur, die zusätzliche Verarbeitungstools in einem PDF-Viewer aktiviert. Das Konzept der Nutzungsrechte wird in PDF 2.0 nicht mehr unterstützt.