
PDFlib 8 enthält eine ganze Reihe neuer typografischer Funktionen. Hier die wichtigsten:
Anpassung der Zeichenform für komplexe Schriften und bidirektionale Textformatierung. In einfachen Schriftsystemen wie das der Lateinischen Schriften, werden die Buchstaben nacheinander von links nach rechts platziert. Komplexe Schriftsysteme dagegen erfordern zusätzliche Verarbeitungsschritte, um die Zeichenformen anzupassen (die richtige Glyphe passend zum Kontext zu wählen), Buchstaben umzuordnen, oder Text von rechts nach links zu formatieren. PDFlib unterstützt die Textausgabe für eine Vielzahl komplexer Schriftsysteme, darunter Arabisch, Hebräisch, Devanagari und Thai.
Fallback-Fonts. Fallback-Fonts bieten einen nützlichen Mechanismus, um eine Reihe von Font- und Encoding-bedingten Einschränkungen zu umgehen. Sie können Fonts mischen und zusammenfügen, fehlende Glyphen aus anderen Fonts hinzuziehen oder Encodings erweitern. Fallback-Fonts können die Größe einzelner Glyphen automatisch anpassen, um die Designunterschiede des kombinierten Fonts auszugleichen.
OpenType Layout Features. OpenType Layout Features ergänzen Opentype-Fonts um Intelligenz in Form zusätzlicher Tabellen in der Fontdatei. Diese Tabellen beschreiben besondere typografische Funktionen, etwa Ligaturen, Kapitälchen und Zierbuchstaben. Sie unterstützen außerdem erweiterte CJK-Textausgabe mit Glyphen halber oder voller Breite und proportionale Glyphen, alternative Formen und vieles mehr.
Fonts über Dokumentgrenzen hinweg nutzen. Fonts und zugehörige Daten können im Speicher vorgehalten werden, nachdem das Dokument beendet ist. Das erhöht die Verarbeitungsgeschwindigkeit, weil der Font für das nächste Dokument nicht erneut eingelesen werden muss. Trotzdem können dokumentspezifische Prozesse wie das Font-Subsetting durchgeführt werden.
SING-Fonts für japanische Gaiji-Zeichen. Der japanische Begriff Gaiji beschreibt individuelle Zeichen (zum Beispiel für Familien- oder Ortsnamen), die allgemein Verwendung finden, aber trotzdem nicht in einem Encoding-Standard enthalten sind. Adobes SING-Font-Architektur (Glyphlets) löst dieses Problem für CJK-Fonts. PDFlib unterstützt SING-Fonts sowie auch das entsprechende Microsoft-Konzept der EUDC-Fonts (end-user defined fonts). Mit Fallback-Fonts lassen sich SING- und EUDC-Fonts in einen bestehenden Font einblenden, Zierbuchstaben mit dem Glyphennamen adressieren, usw..
Überarbeitete Font-Engine. Die Fontengine von PDFlib wurde überarbeitet und verschlankt. Dadurch ergeben sich eine Reihe von Vorteilen im Zusammenhang mit Unicode und Encoding. Dadurch wurde auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht und die Speicheranforderungen sind gesunken. Dank des Redesigns konnten auch gewisse Beschränkungen aufgehoben und der Funktionsumfang bestehender Features erweitert werden. Zum Beispiel ist es jetzt möglich, mehr als 256 Glyphen in einem Type-1- oder Type-3-Font anzusprechen.
Bildbeschneidungspfade mit Text umfließen. Der Textflow-Formatierer lässt den Text um beliebige Pfade oder Beschneidungspfade eines importierten TIFF- oder JPEG-Bildes fließen. Auf diese Weise kann mehrzeiliger Text um ein Bild gruppiert werden.
Text auf einem Pfad. Text kann auf Vektor-Pfaden platziert werden, die aus einer beliebigen Mischung von geraden Linienelementen, Kurven und Bögen bestehen dürfen. Die Pfade können programmatisch konstruiert werden. Alternativ lassen sich die Beschneidungspfade aus TIFF- und JPEG-Bildern extrahieren und als Textpfad nutzen.